Die Indische Stabschrecke - "Carausius morosus" (Unterfamilie: Lonchodinae) - kommt, wie es der Name vermuten läßt, aus Südindien. Das Weibchen wird bis zu 7,5cm (Spannweite 12cm) lang. Der Körper ist schlank, gerade und hellgrün gefärbt. Mit Eintritt der Geschlechtsreife färbt sich die Innenseite der Vorderbeine rot. Das Männchen erreicht nur eine Körperlänge von 5,5cm, ist sehr dünn und feingliedrig. Männchen treten allerdings recht selten auf (1000:1). Beide Geschlechter sind flügellos. Diese Art hat die Besonderheit, das sie, wenn sie gestört wird, sofort die Beine anlegt und sich zu Boden fallen lässt. Sie sieht dann aus wie ein grüner Stock.
Stabschrecken sind zur Autotomie befähigt d.h. sie können bei Gefahr ihre Beine abwerfen. Die verlorenen Beine werden bei der nächsten Larvenhäutung ersetzt. Diese Regeneration kommt nur bei Larven vor; ausgewachsene Tiere können verlorengegangene Gliedmaßen nicht nachbilden.
Die Indische Stabschrecke pflanzt sich vorwiegend durch Jungfernzeugung (Parthenogenese) fort. Ein Männchen ist also nicht nötig. Das Weibchen ist in der Lage ohne Paarung Eier zu legen. Die Tiere legen die Eier einfach auf den Boden, wo nach ca. 3 Monaten die Jungtiere schlüpfen.
Wenn die Stabschrecken wachsen, wird ihnen die alte Haut zu klein und sie schlüpfen heraus. Die Stabschrecken häuten sich 6 Mal. Die letzte Häutung heißt Imaginalhäutung (Imago = fertig entwickeltes Insekt). Männchen häuten sich einmal weniger als Weibchen.
Stabschrecken sind ausnahmslos Pflanzenfresser. Viele Arten, so auch die Indische, bevorzugen Brombeerblätter, Rosenblätter, Himbeerblätter, Efeu, Buche, Guave, Haselnuss, Weisdorn und Liguster. Ihren Durst löschen sie durch trinken von Wassertropfen von den Blättern der Futterpflanze.
Die "Carausius morosus"kurz vorgestellt in einem kleinen Film. Der Film ist ca. 1,1 MB groß und im WMV Format. Zum ansehen des Filmes das Bild anklicken.